Rücklicht, Mittwochsgedanken

Vergissmeinnicht  - Mal was Schönes, zur Abwechslung.

Eigentlich hatte ich mir ja vorgenommen, jeden Montag etwas zu posten, aber mir sind die Worte im Hals stecken geblieben.

Zuerst höre ich von einer lieben Autorenkollegin, dass sie am Rande der Leipziger Buchmesse zusammengetreten wurde, weil sie in ihrem Buch das Thema "Ehrenmord" streift. Ich war sofort empört. Wütend. Entsetzt.

Was mich danach allerdings noch mehr entsetzte, war, dass aus manchen Ecken zu hören war, dass dies sicherlich nur ein PR-Gag wäre ... Ich war empört. Wütend. Entsetzt.

 

Kaum hatte man sich davon halbwegs erholt, also so richtig kann ich das nicht, weil ich mich immer noch über so manche Zeitgenossen wundere, da kommt schon das nächste Ding.

Wieder einmal sagt eine Autorin deutlich, was sie von e-book-Piraterie hält, macht den Mund auf und muss sich übel beschimpfen lassen - Nachzulesen hier: https://www.facebook.com/NinaGeorge.Schriftstellerin/posts/804731579616828:0

Ich finde diese ganzen Piratenplattformen ebenfalls eine Frechheit. Wie schnell kauft man sich mal eben einen Kaffee, eine Schachtel Zigaretten, eine Schokolade oder einen Bund Tulpen - wie lange hält das? Ein paar Minuten, ein paar Tage.

Für ein Buch sitze ich hier, genau wo ich jetzt sitze Tage, Monate, teilweise sogar Jahre. Und das ist dann noch nicht einmal ein paar Euro wert?  Wenn ich nicht so gerne Geschichten erzählen würde, ich ließe es sofort bleiben. Meint denn die Welt wirklich, dass man reich wird, weil man mal ein Buch veröffentlicht hat?

Da verdienen viele mit. Für den Autor bleibt nicht sehr viel.

 

So und weil es gerade so schön ist. Da haben wir den Absturz in den Alpen. Eine schreckliche Geschichte, die mir die Tränen in die Augen treibt und Gänsehaut bereitet, wenn ich über die letzten Minuten der Insassen der Maschine nachdenke. Wenn ich im Flugzeug sitze und das sinkt nur leicht ab, weil wir in ein Luftloch kommen, wird mir schon anders. Ich will mir das alles gar nicht vorstellen und bin mit meinen Gedanken bei allen Angehörigen und auch bei den Helfern, die sich diese schrecklichen Anblicke antun müssen.

Aber nicht nur, dass sich die Presse überschlägt und man sich fragt, was sie noch alles tun, damit sie die ersten sind, die alles genau wissen - nein, es gibt auch die ganz besonders schäbige Ecke von Leuten, die sich auch noch lustig machen ... http://www.focus.de/panorama/welt/absturz-kein-drama-nach-hass-tweets-spanische-polizei-ermittelt-gegen-twitter-nutzer_id_4569721.html?utm_source=facebook&utm_medium=social&utm_campaign=facebook-focus-online-panorama&fbc=facebook-focus-online-panorama&ts=201503251639

Ich bin mal wieder empört, wütend ... ach lassen wir das. Ich bin müde. Ich bin, wenn ich mir dieser Tage das Internet ansehe einfach nur müde und frage mich, in welch einer Welt wir eigentlich leben. Warum ich jeden Morgen an meinen Laptop schlappe und versuche einen Roman zu schreiben, in dem die Personen ihre Probleme meistern und wenn alles gut ausgeht, sind alle happy.

Das will doch keiner lesen.

Oder doch, oder gerade deswegen - ich gebe nicht auf, daran zu glauben, dass es auch noch Leute gibt, die das Gute wollen, beim Schlechten nicht wegsehen und handeln, wenn es nötig ist.

 

 

 

 


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Kommentare: 1
  • #1

    Wolfgang (Samstag, 12 März 2016 08:11)

    Servus Antonia, ich möchte deinem Blog gerne folgen, finde aber keine Funktion dazu. Kannst du mich bitte aufklären?